Fragmentierter Processus Coronoideus (FPC)

Symptome

Sind beide Ellbogengelenke betroffen, beobachtet man ab dem 4. Lebensmonat eine intermittierende, v.a. nach stärkerer Belastung auftretende, manchmal wechselseitige Lahmheit. Typisch ist, dass der mediale Teil des Ellbogengelenkes entlastet und dabei die Pfote leicht nach außen und das Ellbogengelenk körpernah gehalten wird. Bei älteren Patienten sind die Symptome ausgeprägter und oft mit einer Gelenkschwellung auf der medialen, zum Teil auch auf der lateralen Seite vergesellschaftet. Eine besondere Form des FPC kommt bei 5-6 J. alten Hunden, v. a. beim Deutschen Schäferhund und Golden Retriever vor. Die Patienten lahmen akut, reagieren auf Analgetika nicht oder nur kurzfristig. Röntgenologisch wird lediglich eine dezente Sklerosierung kaudal der Inc. trochlearis beobachtet.

Differentialdiagnose

Traumatisch bedingte Frakturen im distalen Gelenkanteil.

Diagnosesicherung

Wegen einer sich rasch entwickelnden sekund√§ren Arthrose ist es notwendig, die Diagnose fr√ľhestm√∂glich durch eine gr√ľndliche klinische und r√∂ntgenologische Untersuchung zu stellen. Durch eine Computertomographie (CT-Untersuchung)¬†ist die Diagnosestellung heutzutage sehr sicher und schnell m√∂glich. Die¬†Diagnostellung nur¬†anhand von¬†R√∂ntgenbildern¬†ist schwierig, wenn der Proc. coronoideus med. ulnae nicht zu sehen ist und beschr√§nkt sich auf die Interpretation der sekund√§ren Ver√§nderungen wie Sklerose im kaudalen Bereich der Incisura trochlearis in H√∂he des Processus coronoideus, sowie einer intraartikul√§ren Stufe infolge des tiefer liegenden Radiuskopfes. In fortgeschrittenem Stadium ist der Proc. coronoideus med. ulnae plump, abgerundet und die proximale Radiusmetaphyse erscheint, zusammen mit dem Radiuskopf, glockenf√∂rmig erweitert. Sp√§ter k√∂nnen Osteophyten am kranialen Rand des Caput radii, am dorsalen Rand des Proc. anconaeus, am medialen Rand des Proc. coronoideus und auch im Bereich des medialen Epicondylus humeri beobachtet werden. Die R√∂ntgenaufnahmen werden im medio-lateralen, im anterio-posterioren Strahlengang und mit gehaltenen R√∂ntgenaufnahmen angefertigt.

Behandlung

Sofortige chirurgische Gelenksrevision oder arthroskopische Entfernung des fragmentierten Proc. coronoideus med. ulnae bevor er weitere arthrotische Veränderungen hervorruft.

Nachbehandlung 

Sie ist ein wichtiger Teil des Erfolges. Empfehlenswert ist ein St√ľtzverband √ľber 14 Tg. der alle 2-3 Tg. gewechselt wird. In dieser Zeit ist eine maximale Bewegungseinschr√§nkung obligatorisch. Nach 14 Tg. wird etwas mehr Bewegung erlaubt, aber noch 4 Wo. lang besteht Leinenzwang. Anschlie√üend wird ein langsames Aufbautraining durchgef√ľhrt. St√§rkere Belastungen sollten erst nach 5-6 Mo. erfolgen.

Prognose

Abh√§ngig vom Alter des Patienten und von den Gelenkver√§nderungen zum Zeitpunkt der Operation. Je fr√ľher operiert wird, m√∂glichst noch vor der Entwicklung schwerer arthrotischer Ver√§nderungen, desto besser ist das postoperative Ergebnis.