Osteochondrosis dissecans (OCD) des Sprunggelenkes

Pr√§disponiert sind Bullterrier, Staffordshire Terrier, Pitbull Terrier, Kromfohrl√§nder, Rottweiler, Labrador Retriever usw. Das Alter zum Zeitpunkt der ersten Vorstellung beim Tierarzt liegt in 70-80 % der F√§lle zwischen dem 4. bis 12. Lebensmonat. H√ľndinnen und R√ľden erkranken gleich h√§ufig. Bei 75 % ist der dorso-plantare Anteil der medialen Trochlea tali betroffen, bei den restlichen die laterale Trochlea tali (MONTGOMERY et al., 1989). V.a. beim Rottweiler werden in der lateralen Trochlea tali gro√üe osteochondrotische Fragmente gefunden. Seltener kommt die OCD an der Cochlea tibiae und/oder am distalen Ende des Malleolus tibialis und fibularis vor.

Symptome: Geringe bis hochgradige Lahmheit, die sich bei Anstrengungen verschlechtert. Die Tiere stehen mit √ľberstrecktem Tarsalgelenk, das Gewicht auf die Vordergliedmassen verlagernd. Auch bei j√ľngeren Patienten ist meist auf der medialen Seite des Sprunggelenkes eine deutliche Schwellung sichtbar. Oft zeigen die Patienten Schmerzreaktion beim Beugen und Strecken des Sprunggelenkes.

R√∂ntgenbefunde¬† Mit dorso-plantaren oder planto-dorsalen Aufnahmen des Tarsalgelenkes, die immer vergleichend an beiden Tarsalgelenken durchgef√ľhrt werden, evtl. kombiniert mit in Flexion gehaltenen dorso-plantaren evtl. auch schr√§gen Aufnahmen, k√∂nnen die unterschiedlich gro√üen, abgel√∂sten Teile der Trochlea tali dargestellt werden (Abb. 28.8a, b). Bei jungen Hunden sind nur diese Ver√§nderungen sichtbar, bei √§lteren sind bereits perioss√§re und periartikul√§re Osteophyten vorhanden. V. a. bei der OCD des lateralen Rollkamms k√∂nnen gr√∂√üere Fragmente festgestellt werden, die leicht mit einer Fraktur zu verwechseln sind. Auf der medio-lateralen Aufnahme erkennt man die sekund√§ren Ver√§nderungen am kranialen und kaudalen Gelenkanteil. Deutlich zu sehen ist, v.a. bei l√§nger bestehenden Prozessen, der schnabelf√∂rmig weit nach kaudal reichende Teil der Cochlea tibiae.

Differentialdiagnose:  Frakturen, Luxationen, Weichteilverletzungen v.a. nach Bissverletzungen

Behandlung: M√∂glichst fr√ľhzeitige Entfernung der abgel√∂sten Knorpelschuppen, bevor sich eine Arthrose entwickeln kann.

Prognose: Bei kleineren, fr√ľhzeitig und schonend entfernten Dissekaten ist die Prognose gut. Wenn bereits pr√§operativ starke artikul√§re und periartikul√§re Ver√§nderungen vorliegen, muss mit einer weiteren Verschlechterung der Arthrose und einer dadurch bedingten Lahmheit gerechnet werden.¬†Schmerzmedikamente ohne Kortison¬†sind in solchen F√§llen indiziert. Insgesamt hat diejenige des Talus von allen OCD die schlechteste Prognose.